Swiss Disability And Development Consortium

SDDC

Swiss Disability and
Development Consortium

SDDC ist ein Netzwerk mit Sitz in der Schweiz, das sich für die Rechte und die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die internationale Zusammenarbeit der Schweiz einsetzt.

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Was ist neu?

Bern: Eröffnung der My Lens My Reality-Ausstellung

Von Chantal Baumgarten | 10 Mai 2022 | 0 Kommentare

Am 4. Mai 2022 wurde die Ausstellung "My Lens My Reality" am Sitz der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Bern eröffnet. Die Eröffnung fand im Rahmen des jährlichen Frühlingstreffens der DEZA mit ihren institutionellen Partnern statt.

"Frauen mit einer Behinderung sind mit einem zusätzlichen Stigma konfrontiert", sagte Patricia Danzi, Direktorin der DEZA, in ihrer Eröffnungsrede und wies auf die Mehrfachdiskriminierung hin. Danzi räumte ein, dass innerhalb der DEZA und ihrer Projekte im Ausland mehr getan werden muss, um die vollständige Inklusion und Partizipation von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen zu gewährleisten. "In vielen Ländern sind Behinderungen sichtbar. In der Schweiz ist sie weniger sichtbar."

Mirjam Gasser sprach im Namen des SDDC, um die Ausstellung offiziell zu eröffnen. Sie präsentierte einige wichtige Erkenntnisse aus der dazugehörigen Photovoice-Studie. Sie erinnerte daran, dass die Schweiz und insbesondere die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit noch einen weiten Weg vor sich hat, um die vollständige Inklusion von Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten.

Die Ausstellung wird bis zum 19. Mai 2022 in der DEZA in Bern zu sehen sein.

Patricia Danzi, SDC Director addresses participants at the opening of the exhibition.
Patricia Danzi (rechts), Direktorin der DEZA, während ihrer Eröffnungsrede.
Mirjam Gasser, Head of Advocacy, CBM Schweiz, eröffnet die Ausstellung im Namen des SDDC.
Video Transkript

UNO-BRK Überprüfung der Schweiz: Ergebnisse zur internationalen Zusammenarbeit

Von Chantal Baumgarten | 7 April 2022 | 0 Kommentare

Die Schweiz wurde im Rahmen der UNO-Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK) vom 14. bis 16. März 2022 in Genf überprüft. Die unabhängigen Expertinnen und Experten des Ausschusses haben der Schweiz Fragen zu den Fortschritten bei der Umsetzung der Konvention gestellt, darunter auch zahlreiche Fragen zur internationalen Zusammenarbeit. Im Anschluss an die Überprüfung veröffentlichte der Ausschuss Empfehlungen, die auch "Abschliessende Bemerkungen" genannt werden. Die Schweizer Regierung muss diese nun umsetzen und bei der nächsten Überprüfung im Jahr 2028 erneut über Fortschritte berichten.

Insgesamt ist das SDDC mit den Empfehlungen des Ausschusses zufrieden. Sie spiegeln die vorhandenen Lücken auf dem Weg zu einer für Menschen mit Behinderungen inklusiven Schweizer Entwicklungszusammenarbeit wider und bekräftigen die Forderungen, die das SDDC in der Vergangenheit immer wieder gestellt hat. Sie zeigen, dass die Schweiz noch einige grundlegende Schritte unternehmen muss, insbesondere die Verabschiedung von Richtlinien, um sicherzustellen, dass alle Programme innerhalb der internationalen Entwicklungszusammenarbeit für Menschen mit Behinderungen inklusiv sind. Diese Richtlinien sollten als Grundlage für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der gesamten schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe gelten.

Der Ausschuss richtete Empfehlungen mit explizitem Bezug zur internationalen Zusammenarbeit und humanitären Hilfe in den folgenden Bereichen an die Schweizer Regierung:

  1. Sicherstellung der Beteiligung von Menschen mit Behinderungen an Strategien und Programmen sowie an den SDGs (Abschließende Bemerkung Nr. 10a, 62b);
  2. Berücksichtigung der Rechte von Frauen mit Behinderungen in den Strategien und Programmen der internationalen Zusammenarbeit und Gewährleistung ihrer bedeutungsvollen Partizipation (14a, 14b);
  3. Verabschiedung eines Aktionsplans zur Umsetzung der Charta zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der humanitären Hilfe (24b);
  4. Erhebung und Aufschlüsselung von Daten zu Behinderung in allen humanitären und Entwicklungsprogrammen (60c);
  5. Verabschiedung von Richtlinien, um sicherzustellen, dass alle Programme der internationalen Zusammenarbeit für Menschen mit Behinderungen inklusiv sind (62a);
  6. Eine konsequente Anwendung des OECD-DAC-Markers zu Inklusion und Empowerment von Menschen mit Behinderungen (62c).

Lesen Sie mehr in der SDDC-Analyse zur internationalen Zusammenarbeit (auf Englisch).

Die vollständige Liste der Abschliessenden Bemerkungen finden Sie hier (auf Englisch).

Archiv

Les personnes handicapées en #Ukraine ont + de difficultés à accéder à l'aide humanitaire, selon notre rapport. La Suisse doit mieux prendre en compte les personnes handicapées dans la coopération internationale et respecter la CDPH. #sddc_ch https://urlz.fr/jC70

Die Schweiz ist weit entfernt von einer inklusiven Zusammenarbeit: Das Magazin @weltsichten berichtet über die Empfehlungen des UN-Ausschusses der Behindertenrechtskonvention. Chantal Baumgarten @cbmschweiz identifiziert 3 grundlegende Defizite. #sddc_ch https://www.welt-sichten.org/artikel/40589/weit-entfernt-von-einer-inklusiven-zusammenarbeit

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Schlüsselbotschaften

Wie kann die Schweiz die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Globalen Süden sicherstellen?

1

Ohne Richtlinien keine Priorität. Die Schweiz braucht Richtlinien, um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in ihrer internationalen Zusammenarbeit zu steuern. Die derzeitigen Bemühungen zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen sind zu wenig umfassend, ad hoc und meist segregierend.

2

Nichts über uns ohne uns! Die Schweiz muss die volle und aktive Partizipation von Menschen mit Behinderungen auch in der internationalen Zusammenarbeit sicherstellen. Sie muss Massnahmen treffen, die die Teilnahme von Menschen mit Behinderungen ermöglichen.

3

Was nicht gezählt wird, zählt auch nicht. Die Schweiz hat sich verpflichtet, bei der Datenerhebung eine Vorreiterrolle einzunehmen, aber sie erhebt in ihren internationalen Programmen nicht systematisch und aufgeschlüsselt Daten zu Menschen mit Behinderungen.

4

In humanitären Krisen niemanden zurücklassen. Menschen mit Behinderungen sind in humanitären Krisen überdurchschnittlich stark betroffen. Die Schweiz hat sich verpflichtet, ihre humanitäre Hilfe inklusiv zu gestalten. Es ist aber nicht klar, wie sie ihren Verpflichtungen nachkommt.

5

Ohne Budget keine Fortschritte. Die Schweiz muss für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in ihrer internationalen Zusammenarbeit finanzielle Mittel bereitstellen und sich verpflichten, keine Programme und Dienstleistungen zu finanzieren, die Menschen mit Behinderungen ausgrenzen. 

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